Foto: Christoph Kraneburg, Köln/Darmstadt

Preisträger „Große Häuser, kleine Häuser – Ausgezeichnete Architektur in Hessen“ 2003-2008

Wohnhaus Wohlfahrt-Laymann, Oberursel/Taunus

Oberursel / Taunus

Foto: Christoph Kraneburg, Köln/Darmstadt

Wohnhaus Wohlfahrt-Laymann, Oberursel/Taunus

Oberursel / Taunus
Projekt
Wohnhaus Wohlfahrt-Laymann, Oberursel/Taunus
Architekt
Meixner Schlüter Wendt Architekten, Frankfurt am Main
Bauherr
Juliane und Jürgen Wohlfahrt-Laymann, Oberursel/Taunus

Das Wohnhaus liegt in einem heterogenen Wohngebiet in hochwertiger Taunus-Lage nahe Frankfurt am Main. Ursprünglich sollte ein größerer Neubau das auf dem Grundstück vorgefundene Gebäude aus den 1930er Jahren ersetzen. Die genaue Betrachtung des Ortes und die Qualität des sehr bildhaften, traditionellen „einfachen Hauses im Grünen“ führten jedoch zu der Idee, das Haus als Ausgangspunkt für die weiteren Planungen zu nehmen. Da dieses erweitert und bauphysikalisch optimiert werden musste, um aktuellen Wohnansprüchen zu genügen, wurde das Konzept einer komplexen Transformation des archetypischen Bestandsbaus entwickelt. Im Sinne einer Metamorphose wurde daher das selbstverständlich entstandene, einfache und traditionelle „Haus im Grünen“ aufgelöst, umgewandelt und gleichzeitig überhöht.

Eine neue Hülle, deren Position und jeweiliger Abstand zum „inneren Haus“. Die funktionalen Erfordernisse an den Grundriss beeinflussten, erzeugt neue Innen- und Zwischenräume. Das „innere Haus“ öffnet sich überall dort, wo Licht oder Raum benötigt werden. Diese Licht- und Raumerweiterungen wurden in Form von „Lichtstutzen“ oder „Raumstutzen“ auf die äußere Hülle projiziert und als Perforationen auf diese übertragen. Das Dach des „inneren Hauses“ wurde ebenfalls aufgebrochen und die Dachräume mit vertikalen Raumstutzen nach oben erweitert.

Durch die Transformation des Vorgefundenen entstanden Innen-, Außen- und Zwischenräume vielfältiger und teilweise atypischer Art; komplexe und scheinbar einfache Räume wechseln sich ab. Das Farbkonzept unterscheidet die Elemente Haus – Raumstutzen – Hülle und macht die Transformation abstrakt ablesbar. Der dunkelbraune Erdboden des Gartens wird über die gleichfarbige Terrasse und den dunklen Parkettboden im Innern scheinbar bis an das Kernhaus geführt. Die grüngraue Außenhaut integriert das Haus in die bewaldete Umgebung.

Juryurteil
Die Arbeit ist ein charmanter Beitrag voller Humor und Überraschungen: Einem traditionellen Wohnhaus aus den 1920er Jahren wird frech eine neue Hülle übergestülpt. Doch dies geschieht mit so viel gestalterischem Geschick, dass sich zwischen dem bestehenden Haus und der neuen Haut ein hochkomplexer Dialog entwickelt. Das ursprüngliche, archaisch anmutende Bauwerk wird also gleichzeitig bewahrt und radikal transformiert. Im Ergebnis erhalten die Bauherren ein Haus, das ihnen zahlreiche originelle Licht- und Raumsituationen bietet.

Foto: Christoph Kraneburg, Köln/Darmstadt
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Preisträger

„Große Häuser, kleine Häuser – Ausgezeichnete Architektur in Hessen“ 2003-2008 – Johann-Wilhelm-Lehr-Plakette